POLIFEMO
Nicola Antonio Porpora
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09
Sep 2021

POLIFEMO

Nicola Antonio Porpora

Opera seria in drei Akten - konzertant | Armonia Atenea | George Petrou

Donnerstag, September 9, 2021 | 18:00 Uhr
Markgräfliches Opernhaus Bayreuth

Musik von Nicola Antonio Porpora
Libretto von Paolo Antonio Rolli

Nicola Porpora war Lehrer Farinellis und Rivale Händels und Hasses. Als einer der schillerndsten Gestalten des musikalischen Barock hat er der Opernentwicklung in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts entscheidende Impulse gegeben. Er wirkte in Italien — vor allem in seiner Heimat Neapel —, aber auch in London, Dresden und Wien, wenn auch nicht immer mit großer Fairness seinen Komponistenkollegen gegenüber, wohl aber stets auf die Entfaltung elementarer musikalischer Schönheiten bedacht. Mit Gesangsstimmen wusste er umzugehen, sowohl was ihre Ausbildung als auch ihren effektvollen Einsatz betraf. Zum Jahresbeginn 1735 schrieb er für die Opera of the Nobility, die als Konkurrenzunternehmen zum Opernimperium Händels in der britischen Metropole aufgebaut worden war, die Opera seria Polifemo, die mit Farinelli in der Rolle des Aci uraufgeführt wurde.

Das Libretto von Paolo Rolli basiert auf zwei bekannten griechischen Mythen, die beide mit dem Zyklopen Polyphem verknüpft sind: die Geschichte um die Nymphe Galateia und den Hirten Akis sowie die Begegnung mit Odysseus, die für den einäugigen Riesen wenig vorteilhaft ausgeht. Porpora schuf für die vielfarbigen Szenen eine Musik von großer Ausdruckskraft und Virtuosität, die ihre Wirkung damals wie heute nicht verfehlt – vor allem nicht, wenn ein hochkarätiges Ensemble Porporas Partitur zum Leuchten bringt.

Komponist

Porpora, der Lehrer Farinellis und Hasses in Neapel, Rivale Händels in London und Arbeitgeber des jungen Haydn in Wien, hat Carlo il Calvo für die besten Sänger seiner Zeit geschrieben. Unter ihnen waren sein 19-jähriger Schüler Anton Huber, genannt Porporino, der zwei Jahre später zu Friedrich II. nach Berlin ging und als Star der Lindenoper in die Berliner Musikgeschichte einging. Lorenzo Ghirardi, Kammervirtuose des bayerischen Kurfürsten, war Adalgiso. Entsprechend exorbitant sind die vokalen Ansprüche. Freuen sie sich auf ein Gesangsfest der Sonderklasse.

Max Emanuel Cencic setzt mit Carlo il Calvo nach Germanico in Germania (bei Decca auf CD) und Polifemo bei den Salzburger Pfingstfestspielen 2019 seine Auseinandersetzung mit dem großen Neapolitaner Porpora fort. Drei Arien des Lottario sind schon jetzt auf seiner CD Nicola Porpora: Opera Arias (Decca) zu hören.

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