Der deutsche Bariton Gerrit Illenberger debütierte kürzlich an der Bayerischen Staatsoper als Melisso in einer Neuproduktion von Alcina unter Stefano Montanari. Seit der Spielzeit 2023/24 ist er Mitglied im Jungen Ensemble der Semperoper Dresden, wo er u.a. als Schaunard (La bohème) zu erleben ist. 2022/23 gab er sein Debüt als Rodrigo (Don Carlo) bei den Opernfestspielen Heidenheim unter Marcus Bosch und wirkte in Die Frau ohne Schatten im Festspielhaus Baden-Baden und in der Berliner Philharmonie unter Kirill Petrenko mit.
Gastengagements führten ihn an das Teatro di Modena als Reinmar (Tannhäuser), an das Cuvilliés-Theater München als Graf Almaviva (Le nozze di Figaro) sowie an das Staatsschauspiel Dresden in der Titelrolle von Don Giovanni. Sein Repertoire umfasst darüber hinaus Papageno und Sprecher (Die Zauberflöte), Graf Eberbach (Der Wildschütz), Sharpless (Madama Butterfly) sowie die Titelrolle in Gianni Schicchi.
Neben seiner Operntätigkeit ist er ein vielseitiger Konzertsänger. Sein breit gefächertes Repertoire reicht von Werken wie Bachs Matthäus-Passion und Mendelssohns Elias bis hin zu selten aufgeführten Oratorien wie Händels Occasional Oratorio und Max Bruchs Moses. Zu seinen jüngsten Höhepunkten zählen sein Debüt in der Elbphilharmonie Hamburg mit Franz Schmidts Das Buch mit sieben Siegeln unter Manfred Honeck sowie sein Debüt im Concertgebouw Amsterdam mit Bachs h-Moll-Messe unter Laurence Equilbey. Seine Beschäftigung mit Alter Musik ist zudem durch eine enge Zusammenarbeit mit der Dirigentin Johanna Soller geprägt. Als Liedinterpret arbeitete er mit renommierten Pianisten wie Gerold Huber und Malcolm Martineau zusammen und trat bei Festivals und in bedeutenden Konzertsälen wie dem Heidelberger Frühling, dem Pierre Boulez Saal in Berlin und dem Palau de la Música Catalana in Barcelona auf.
Gerrit Illenberger ist Träger des von der Stadt München verliehenen Leonhard-und-Ida-Wolf-Gedächtnispreises für Musik sowie des Max-Liebhaber-Preises der Stadt Heidenheim. Außerdem wurde er beim August-Everding-Musikwettbewerb ausgezeichnet. Er erhielt Stipendien von Yehudi Menuhin Live Music Now, der Bayerischen Chorakademie und der Liedakademie des Heidelberger Frühling sowie das Deutschlandstipendium. Bevor er sich ganz der Musik widmete, absolvierte er an der Technischen Universität München zunächst einen Bachelor in Ingenieurwissenschaften und anschließend einen Master in Luft- und Raumfahrttechnik. Seine Gesangsausbildung erhielt er bei Hartmut Elbert in München sowie bei Andreas Schmidt an der Hochschule für Musik und Theater München, wo er außerdem die Liedklasse von Christian Gerhaher besuchte. Begegnungen und der Austausch mit Künstlern wie Thomas Hampson bereicherten seine künstlerische Entwicklung zusätzlich.